Falkenstein, Eisenberg und Hohenfreyburg: Allgäuer Burgruinen

Ruine Freyberg

Im Allgäu findet man viele schöne Burgen und Schlösser wie die schönen Ruinen Falkenstein, Eisenberg und Hohenfreyberg in der Nähe von Pfronten.

Falkenstein
In 1277 m Höhe steht Deutschlands höchste Burgruine Falkenstein. an einer fast senkrechten, steilen Bergwand. Erbaut wurde Falkenstein 1270 von Graf Meinhard II. von Tirol, später wurde sie an den Augsburger Bischof übertragen und als Amtssitz der Vögte genutzt. Durch die Lage und die rauhen Witterungsverhältnisse stürzte sie schon im 16. Jahrhundert halb ein, bevor sie 1646 im 30-jährigen Krieg wie die Burgen Eisenberg und Hohenfreyberg niedergebrannt wurde aus Angst vor einer Besetzung durch das protestantische schwedische Heer.

Neue Bedeutung erhielt die Burg, als der Märchenkönig Ludwig II. Gefallen an diesem malerischen Ort fand und hier ein romantisches Märchenschloss in der Bauart Neuschwansteins errichten wollte. Chronische Verschuldung und der frühe Tod Ludwigs II. verhinderten jedoch eine Umsetzung.

Die Burg kann man gut über das Burghotel und Restaurant Falkenstein erreichen. Auf dem Weg lohnt sich ein Abstecher zur 1889 errichteten Mariengrotte, die 2000 bei Sanierungsarbeiten um eine hölzerne Aussichtsplattform erweitert wurde, von der aus man den malerischen Blick über die Allgäuer Alpen genießen kann.

Eisenburg
Um 1315 entstand als ältere der beiden Burgen die eindrucksvolle Mantelmauerburg Eisenberg. Sie hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Gegründet wurde sie vom Hohenegger Geschlecht. 1386 wurde sie an Erzherzog Leopold III. verkauft, der Friedrich von Freyberg, den Schwager der Hoheneggs zum Verwalter bestimmte. Während der Bauernkriege 1525 wurde die Burg total zerstört und später aus Entschädigungszahlungen der Bauern wieder aufgebaut. Im 30-jährigen Krieg wurde sie ebenso wie Falkenstein und Hohenfreyberg niedergebrannt.

Deutschlands höchstgelegene Burganlage, die Ruine Falkenstein

Deutschlands höchstgelegene Burganlage, die Ruine Falkenstein

Wer die Burg Eisenberg besichtigt, sollte auch das Eisenburger Burgmuseum in Zell besuchen. In den Vitrinen sind viele Funde der Burgen Eisenberg und Hohenfreyberg. Das Museum ist an Wochenenden und Feiertagen geöffnet.

Hohenfreyburg
Die staufische Burg Hohenfreyburg ist eine der letzten mittelalterlichen Burgen, die gebaut wurden. Sie wurde erbaut von Friedrich von Freyberg zu Hohenfreyberg, dem ältesten Sohn der Burg Eisenberg. Ende des 15. Jahrhunderts ging sie an Österreich-Tirol, wurde mehrfach ausgebaut, noch 1607 – 1609 wurden Schießscharten erneuert und Wehrgänge geschaffen, bevor sie im 30-jährigen Krieg 1646 niedergebrannt wurde. 1995 bis 2005 wurde die Burg aufwändig erforscht und vorbildlich für Besucher instandgesetzt.

Beide Burgen sind frei zugänglich, gefährliche Bereiche abgesperrt. Man hat einen wunderschönen Ausblick über die Berge. Am schnellsten kann man sie in ca. 20 Minuten über die Schloßbergalm erreichen. Jedes Jahr findet auf Hohenfreyberg im Sommer ein Mittelalterfest statt.